Hinweis zu den „Begriffsdefinitionen“

Die hier bereitgestellten Erläuterungen verstehen sich nicht als allgemeingültige Normen oder verbindliche Standards. Sie dienen vielmehr dem Ziel, in dem sich rasch wandelnden Umfeld des Social Commerce eine einheitliche, arbeitsfähige Terminologie zu etablieren, als gemeinsame Grundlage für Analyse, Vergleichbarkeit und zielgerichteten Austausch.

Da Fachsprache sich weiterentwickelt und neue Phänomene präzise Begrifflichkeiten erfordern, begreifen wir diese Sammlung als lebendes Referenzwerk.


Anregungen, Präzisierungen und Ergänzungen aus Praxis und Wissenschaft sind ausdrücklich willkommen.
Wenn Sie Vorschläge einbringen möchten, freuen wir uns über Ihre Rückmeldung über den angegebenen Kontaktkanal.

Definitionen

  • Social Commerce (SC) = Social Commerce bezeichnet eine digitale Handelsform, bei der Inspiration, Interaktion und der vollständige Kaufabschluss inklusive Bezahlung innerhalb derselben Plattform stattfinden, sodass kein Medienbruch zum externen Shop erfolgt und Nutzern nahtlos in den Feed zurückkehren können.

  • Social-Media-Plattform (SMP) = Eine Social-Media-Plattform ist ein digitales Netzwerk zur Erstellung, Verbreitung und Interaktion mit Inhalten, dessen primärer Zweck sozial-kommunikativ ist und welches sekundär handelsbezogene Funktionen bereitstellt.

  • Social-Commerce-Plattform (SCP) = Eine Social-Commerce-Plattform ist eine Social-Media-Umgebung, in der transaktionsrelevante Funktionen wie Produktpräsentation, Warenkorb, Payment und Fulfillment-Anbindung systematisch bereits integriert sind, sodass Interaktion und kommerzielle Transaktion in einem durchgehenden Prozess verschmelzen können.

  • Plattformökonomie = Die Plattformökonomie bezeichnet eine Markt- und Organisationsform, in der digitale Intermediäre mehrere Akteursgruppen partizipieren, indirekte Netzwerkeffekte auslösen und Wertschöpfung über Daten, Matching und Transaktionsabwicklung generieren.

  • Direkte Netzwerkeffekte = Direkte Netzwerkeffekte liegen vor, wenn der Nutzen eines Dienstes für Nutzer mit der Anzahl weiterer Nutzer derselben Seite steigt, beispielsweise durch dichtere soziale Interaktionen.

  • Indirekte Netzwerkeffekte = Indirekte Netzwerkeffekte entstehen, wenn der Nutzen einer Nutzergruppe durch komplementäre Angebote einer anderen Gruppe zunimmt, etwa wenn mehr Händler die Attraktivität einer Plattform für Konsument erhöhen.

  • User-Generated Content (UGC) = User-Generated Content umfasst von Nutzer erstellte Inhalte wie Rezensionen, Kommentare, Ratings oder Kurzvideos, die soziale Validierung bereitstellen und Kaufentscheidungen im Social Commerce maßgeblich beeinflussen.

  • Influencer/Creator = Influencer bzw. Creator sind reichweitenstarke Akteure, die über wiederkehrende, als authentisch wahrgenommene Inhalte Aufmerksamkeit, Vertrauen und Konversionen stiften und damit als intermediäre Vertrauensquellen fungieren.

  • Algorithmische Personalisierung = Algorithmische Personalisierung bezeichnet die datengetriebene Aussteuerung von Inhalten und Angeboten in Echtzeit, um Relevanz, Engagement und Abschlusswahrscheinlichkeit entlang individueller Präferenzen zu maximieren.

  • Social Proof = Social Proof ist ein sozialpsychologischer Mechanismus, bei dem sichtbare Bestätigung durch andere wie etwa Likes, Kommentare oder verifizierte Käufe, Unsicherheit reduziert und Vertrauen in Produkte, Marken und Plattformen erhöht.

  • In-App-Payments/Social Payments = In-App-Payments bzw. Social Payments sind plattformintegrierte Bezahlverfahren, die den Checkout ohne Medienbruch ermöglichen und dadurch Transaktionskosten senken sowie Abbrüche reduzieren.

  • Livestream-Shopping = Livestream-Shopping bezeichnet den zeitgleichen Konsum und Handel in Live-Formaten, in denen Produkte demonstriert, Fragen beantwortet und Käufe unmittelbar innerhalb des Streams ausgelöst werden.

  • Conversational Commerce = Conversational Commerce ist die interaktive Kaufunterstützung über Chat-, Voice- oder Messenger-Schnittstellen, bei der Beratung, Produktauswahl und Transaktion dialogisch und häufig KI-gestützt erfolgen.

  • Behavioral Targeting (plattformbasiert) = Plattformbasiertes Behavioral Targeting ist die zielgerichtete Ausspielung von Inhalten und Anzeigen auf Basis beobachteter Interaktionen, Netzwerkstrukturen und Kontextsignale innerhalb sozialer Plattformen.

  • Hybridisierte Konsumlandschaft = Eine hybridisierte Konsumlandschaft beschreibt die komplementäre Koexistenz von Social Commerce und klassischem E-Commerce, in der Social-Plattformen Inspiration und Konversion treiben und Shops weiterhin vertiefte Sortiments- und Servicefunktionen bieten.

  • Community-basierte Loyalität = Community-basierte Loyalität bezeichnet die Bindung an Marken und Händlern, die aus fortlaufenden sozialen Interaktionen, geteilten Erfahrungen und Peer-Anerkennung innerhalb der Plattform entsteht.

  • Plattformspezifische SC-Kanäle = Plattformspezifische Social-Commerce-Kanäle sind die je nach Netzwerk variierenden Formate und Funktionen – etwa Kurzvideos, Stories, Live-